Montag, 13. November 2017

nachhaltigkeit: heizen und kochen in einem


Etwas vom Wichtigsten auf unserem Hof ist wohl unser Holzherd. Im ursprünglichen Haus gab es einen viel größeren mit Wasserschiff, das auch das warme Wasser für die Badewanne wärmte. Doch der Boden war durchgerostet und auch sonst fehlte es an allen Ecken und Enden, noch dazu stand der Herd an der Stelle, an der er äußerst ungünstig für unsere Umbaupläne war. Ohne Holzherd ging es dann längere Zeit doch auch, vor allem mangels Geld für einen neuen (bzw. den für ihn erforderlichen neuen, zusätzlichen Kamin). Seit einigen Jahren nun aber haben wir ihn, unseren schwarzen Holzherd, der vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit goldeswert ist: am Bild brutzelt gerade ein Bio-Junghähnchen (Selbstversorgung *freu*) im Backrohr, Reis dämpft am Randbereich und hinten ist der Teekessel für den allabendlichen Tee zu sehen. Die Türen stehen in unsrem Haus meistens überall offen, so kann auch die Wärme aus der Küche hinaus ziehen in die weiteren Zimmer in der Nähe. Die Heizkörper werden da kaum aufgedreht (werden übrigens auch mit Holz beheizt, allerdings vom Keller aus) - und das Essen scheint auch nochmal besser zu schmecken, wenn es langsam auf der Holzherd köchelte. Es braucht mehr Zeit, das Kochen mit dem Holzherd. Aber es ist etwas besonderes, so ganz ohne Strom zu Wärme und zu warmem Essen zu kommen :-)

Sonntag, 5. November 2017

feste: st. martin


Bald ist St. Martin. Unser neues Fensterbild haben die Kinder auch ganz gut hingekriegt (eine kleine Adaption der Vorlage aus dem Buch Mit farbigen Transparenten durch das Jahr ). Die Martinsfeier in der Kirche  Ende der Woche ist dann ein richtiger Höhepunkt: in der Dunkelheit gemeinsam hinauf zur Kirche zu gehen, lauthals singend und aufpassend, dass das Licht in der Laterne nicht erlöscht. 
Martinslieder singen die Kinder nun schon seit einer guten Woche. Bei längeren Autofahrten hören wir unsere beiden Hörbuch-Cds zu dieser Zeit (St. Martin und Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind) und unsere Bücher rund um das Fest des Hl. Martin haben wir auch wieder hervorgeholt. Schuster Martin ist seit Jahren wohl eigentlich mein Lieblingsbuch zu dieser Zeit, aber auch für die Kinder scheint es schon ein richtiger Fixpunkt in dieser Zeit geworden zu sein (*freu*). Ein ganz wunderbares Buch ist auch Die Geschichte von Sankt Martin oder Martins Mantel. Aber auch durch unser Martinsbuch für kleine Kinder blättern die doch schon groß gewordenen Kinder (wie die Zeit vergeht!) immer noch gerne und lesen sich daraus (wenigstens zeilenweise) gegenseitig vor. Was wir noch machen möchten, sind Martinsgänse aus Mürbeteig. Unsere Gansformen warten schon auf Verwendung ;-)

Freitag, 3. November 2017

nachhaltigkeit: draußenzeit mit kindern im november



Ich mag das Draußensein. Auch jetzt, wenn es manchmal richtig kalt ist und der Wind kräftig weht.  Und weil Gesa danach fragte, will ich mal hier ein wenig festhalten, was wir denn draußen so machen, vor allem dann, wenn es ein Wetter zwischen warm und kalt, trocken und nass hat (und wie wir uns motivieren, rauszugehen) ;-)

Motivationshilfen
  • warme Kleidung, warme Schuhe (gefütterte Matschhosen und Gummistiefel mit Futter) - auch für uns Eltern (das habe ich etliche Jahre zu wenig mitbedacht)
  • Aussicht auf eine gute Jause danach (drinnen), z.B. warmen Kakao, Tee oder frischen Kuchen (der während der Draußenzeit noch auskühlt)
  • Tiere müssen versorgt werden (die Kinder sind für die Meerschweinchen ganz alleine zuständig - täglich, wetterunabhängig)
  • Eier holen/suchen bei den Hühnern
  • Schauen, ob es noch ein paar Herbsthimbeeren gibt
  • etwas aus dem Erdkeller holen (Kompott für die Jause zum Beispiel)
  • Pause zum Durchatmen während dem Erledigen der Hausübungen (betrifft vor allem das große Kind)
  • Farbenfrohes für das Fensterbrett sammeln (es gibt erstaunlich viel Schönes auch an grauen, kalten Novembertagen zu finden)
  • Laternenwanderung (v.a. in der Zeit nach dem Martinsfest) in der Dämmerung

Was tun draußen (außer oben genannte "Motivationen" umzusetzen), solange kein Schnee liegt?
  • spazieren gehen (Wald bei Regenwetter ist etwas ganz Wunderbares!)
  • Fahrradfahren (mit Handschuhen!)
  • Malen mit Straßenkreiden (auf nassem Boden besonders farbintensiv, jedenfalls mit diesen Kreiden)
  • Ballspiele (Fußball, Basketball,...)
  • Frisbee-Spiele
  • im Sandkasten spielen 
  • Springschnurspringen
  • Kürbis aushöhlen und eine Laterne schnitzen (sehr schön auch mit Sternen und Mond)
  • Suchspiele mit Walkie-Talkie (wir haben diese hier und sie funktionieren seit Jahren wunderbar)
  • Vögel und andere Tiere mit Fernglas beobachten
Hier haben wir es natürlich relativ einfach: die Natur beginnt vor der Haustüre, wir müssen nirgends hinfahren, um in einen Wald oder zu Tieren zu kommen. Die Kinder sind meistens auf der Weide und erfinden selbst Spiele. Am wohlsten scheinen sie sich zu fühlen, wenn sie ein wenig helfen dürfen /können (d.h. im Stall, in der Werkstatt, ...) und dann irgendwann selbst Ideen haben, was sie tun könnten und sich dann ganz unkompliziert vom "Helfen" ins "Spielen" verabschieden können. Viele Ideen und Anregungen (auch wenn man es nicht ganz so einfach hat wie wir mit der Natur "vor der Haustüre") finden sich im Buch Raus in die Natur. Früher habe ich draußen gerne gestrickt (sogar mit Handschuhen); mittlerweile nutze ich aber die Zeit, um Dinge zu erledigen (im Garten, im Stall, ...) oder suche mir ein windgeschütztes Plätzchen und schaue den Kindern zu - ohne Beschäftigung nebenbei. Auch den Fotoapparat habe ich kaum mehr mit. Ich genieße sozusagen den Augenblick mit allen Sinnen.

Wir haben aber auch Tage, an denen wir wirklich meistens drinnen sind. Es ist manchmal wirklich angenehm im Warmen und es gibt auch viel Schönes, das man machen kann. Meistens ist es an der Stimmung (der Kinder, aber auch er eigenen) ganz gut spürbar, ob ein "Durchlüften" draußen nicht vielleicht ein wenig Entspannung bringen könnte ;-)



Montag, 30. Oktober 2017

schafe: geschoren




Früh morgens kam er, der Schafscherer. Auch wenn wir es letztes Mal ganz gut hingekriegt haben mit dem Selberscheren, so bin ich doch froh, dass es diesmal ein Profi übernommen hat - der noch dazu zu uns auf den Hof gekommen ist. Wir haben mittlerweile einfach zu viele Schafe, um sie in den Hänger zu laden und mal schnell zu einem anderen Hof zu fahren, wo gerade der Schafscherer sein Gestell aufgebaut hat und an der Arbeit ist. Und das Weiterbringen einer Herde zu Fuß ist auch nicht so ganz einfach. Über das Schafscheren kann man in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Schafe und Ziegen einiges lesen (wir haben schon viel Brauchbares in der Zeitschrift gefunden, u.a. für die Umgestaltung unseres Stalles!) und auch das Buch Die Schäferin von Yorkshire gibt ganz gut Einblick in das Leben mit Schafen (wenn auch in einer ganz anderen Gegend als hier und v.a. ist dies ein riesiger Betrieb im Vergleich zu unserem - trotzdem: es findet sich viel Interessantes darin). Die Wolle verwenden wir als Dämmmaterial und für unsere Hochbeete. Die Zeit für das Wollwaschen, Kardieren und Spinnen von Wolle ist noch nicht gekommen... irgendwann vielleicht... die Schafe scheinen sich jedenfalls mit der neuen Leichtigkeit wohl zu fühlen. Nach dem Winter wird es das nächste Mal Zeit zum Scheren. Ein Glück, dass es in der Woche nach dem Scheren so viel Sonnenschein und Wärme gab. Ein bisschen ist die Wolle schon nachgewachsen... gerade richtig für den bald gemeldeten Wintereinbruch ...

Samstag, 28. Oktober 2017

rezepte: sauerkraut im glas





Seit wir fast alles in Hochbeeten anbauen, wächst auch das Kraut jedes Jahr wunderbar. Dieses Jahr haben wir es nicht auf den ArcheNoah-Markt im Frühling geschafft, aber das Saatgut habe ich trotzdem dort bestellt. Es gibt einfach nicht wirklich viel Auswahl an biologischem Saatgut hier in der Gegend. Ab und an finde ich etwas beim beim Gea-Laden in der nahegelegenen Stadt, aber dort komme ich auch nur selten hin (die Waldviertlerschuhe halten einfach zu gut und wir brauchen kaum neue zu kaufen *zwinker*). Die Krautpflänzchen habe ich im Glashaus im späten Frühling vorgezogen und dann nach den Eisheiligen in ein Hochbeet gepflanzt. Etliche wunderschöne Krautköpfe sind da gewachsen, vieles haben wir auch frisch als Krautsalat oder verkocht zu Bigos genossen. Sehr viel jedoch haben wir zu Sauerkraut im Glas verarbeitet. Etwas, das uns seit Jahren schon gut gelingt und vor allem auch allen schmeckt. Die relativ überschaubaren Portionen in den Schraubgläsern sind auch perfekt, vor allem, weil Sauerkraut meist nur eine von mehreren Beilagen ist und auch 6 Personen nicht unbedingt Massen davon essen (wollen). Die ersten Sauerkrautversuche waren nach Anleitung aus  Das große Biogarten-Buch, in dem sich einfach immer wieder etwas Brauchbares findet. Dann wurden wir mutiger und experimentierten ein wenig herum. Wir schneiden mittlerweile auch Karotten dazu oder würzen nach Belieben auch unterschiedliche "Sauerkraut-Sorten". Und: wir schneiden mit der Hand. Einerseits mangels eines richtigen Krauthobels - und andererseits: weil es genauso gut gelingt und wir so Abend für Abend kleinere Mengen (d.h. 2-3 Krautköpfe) verarbeiten können.
Im Prinzip ist es ganz einfach:
- Wasser in einem großen Topf kochen, dann in Krüge füllen zum Abkühlen lassen
- Kraut klein schneiden (oder hobeln)
- mit Salz und anderen Gewürzen (evt. Gemüse) mischen (in einer großen Schüssel) und festdrücken
- eine Weile stehen lassen (bei uns ca. 15-30min)
- dann abfüllen in Gläser (zu ca 2/3 füllen) und auch da festdrücken
- mit abgekühltem, abgekochtem Wasser auffüllen, bis das Kraut komplett bedeckt ist
- fest zuschrauben
Danach stehen die Gläser ungefähr zwei Wochen bei uns in der Küche an einem hellen, aber nicht sonnenbeschienenen Platz (auf einem Tablett, falls ein Glas undicht sein sollte und Saft ausrinnt). In dieser Zeit wölbt sich der Deckel der Gläser und man sieht kleine Bläschen aufsteigen. Danach stellen wir die Gläser in unseren Erdkeller - dort ist es kühl und dunkel. Etwa um die Weihnachtszeit versuchen wir das erste Kraut. Wenn es noch nicht so gut schmeckt, warten wir mit dem nächsten Öffnen nochmal gut zwei Wochen. Bislang war das Kraut aber in den Weihnachtsfeiertagen immer perfekt, wenn wir es Anfang Oktober hergestellt haben. Viel Freude beim Nachmachen :)

Sonntag, 22. Oktober 2017

schafe: lämmchen werden geboren





Jetzt im Herbst werden nach und nach Lämmchen geboren. Die ersten beiden diesen Herbst draußen am Feld in der warmen Nachmittagssonne. Die ganze kleine Herde schien Anteil zu nehmen, kam sofort herbei und beschnupperte den Nachwuchs, um dann das kleine Duo in Ruhe mit seiner Mama ein fein warmes Plätzchen für die Nacht aufsuchen zu lassen. Vor allem für die Kinder etwas ganz Besonderes, viel besser als jegliche Unternehmung oder andere Unterhaltung :-)


Mittwoch, 18. Oktober 2017

nachhaltigkeit: weil...


Es gibt viele Gründe, warum wir ganz bewusst ein Biobetrieb sind und unser gesamtes Leben versuchen nachhaltig zu gestalten. Ganz gelingt es nicht, aber was Lebensmittel betrifft, sind wir doch sehr konsequent. Wir können uns mit sehr vielen Dingen selbst versorgen, bei Fleisch sind das sogar 100%. Auch bei Honig und Eiern. Sehr viele Monate des Jahres gelingt es auch bei Milch. Und bei Gemüse, auch lange ins Frühjahr hinein noch durch das Einkochen, Trocknen und Einfrieren. Getreide für Mehl haben wir nicht selbst, aber wir kaufen es bei einem Biobetrieb in unserer Nähe - und auch beim Obst sind wir sehr wählerisch, wo und was wir kaufen. In diesem Jahr hatten wir ganze 7 Äpfel, eine Birne und eine Schale voller Weintrauben. Beeren gab es viele, aber sie reichten gerade mal für ein paar Genussmomente - von Selbstversorgung weit entfernt. Es gibt Jahre, in denen es besser ist und wir sogar Apfelsaft pressen können und Apfelmus kochen. Dieses Jahr nicht, vermutlich dem späten Frost im Frühjahr geschuldet. Manchmal ist es schwierig mit dem nachhaltigen Weg und die Versuchung ist groß, ab und an einfach ein konventionelles Produkt zu günstigem Preis in den Einkaufswagen zu legen - vor allem bei der oft mageren Auswahl an biozertifizierten, aus nachhaltiger Produktion stammenden Lebensmitteln hier in unseren Geschäften. Dokumentationen wie diese hier auf arte erinnern dann aber daran, wie wichtig es tatsächlich ist, sich immer wieder neu für oder gegen etwas zu entscheiden. Weil sie Konsequenzen hat. Nicht nur für mich und meine Familie, unseren Hof - weil jedes Produkt eine Geschichte hat.